Haranni Hurricanes - Pott Rock & Blues

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Die Hurricanes-Story

Seit wann und warum gibt es die Haranni Hurricanes ?

Der Grund ist die Band Roomful of Blues und der Zeitpunkt war eigentlich viel zu spät. Aber eins nach dem anderen. Nimm Dir ein frisches Bier, einen großen Single Malt und viel Zeit, denn hier kommt die Bandstory.

 

Aus heiterem Himmel

Es war im Jahr 2001 in der Stadt Herne (mittelalterlicher Name: Haranni). Am Ostbachtal im Probenhaus des Musikertreff-Stennert e.V. probte schon seit einigen Jahren einmal wöchentlich die Emscher Delta Blues Band, damals Hernes einzige Bluesband. Man spielte Swing-, Boogie- und Blues-Covers bekannter und nicht so bekannter Interpreten in großer Besetzung mit Bass, Schlagzeug, Keyboard, Gesang und komplettem Bläsersatz. Die Gitarre bediente damals Ralf, der die Band auch mitgegründet hatte. Eigentlich war soweit auch alles in Ordnung, man probte so vor sich hin und ab und an ergab sich auch die ein oder andere Auftrittsmöglichkeit. Soweit also zunächst  alles gut!

Allerdings wurde von der Emscher Delta Blues Band die rockige Seite des Blues musikalisch so gar nicht bedient und das war – gitarristisch gesehen – für Ralf ein echtes Manko. Gerade die texanischen Rocker Mike Morgan, Tony Vega, Johnny Winter, Corey Stevens und allen voran Stevie Ray Vaughan – ausnahmslos Trio-Besetzungen – hatten es ihm als überzeugtem Strat-Spieler neben dem ganzen „Swing-Kram“ sehr angetan. So was in der Emscher Delta Blues Band umzusetzen fand allerdings so gar kein Gehör, nicht zuletzt auch weil man sich als reine Cover-Band verstand.

Hier mal ein Soundtrack aus der Zeit: „Tell me what’s the reason“

Was macht man als überstimmter Gitarrist in solch einem Fall? Richtig … man arrangiert sich und ordnet seine Ansprüche denen der Band unter.

So auch hier geschehen – und die einzigen Ambitionen, die Ralf in dieser Zeit und einige Wochen/Monate lang in dieser Hinsicht hegte, waren die Aktivitäten, sich diesem texanischen Musikstil ganz für sich allein zu Hause auf dem Instrument und auch auf neuem, gesanglichen Terrain zu nähern.

 

Die Infektion mit der Wetterlage „Sturm“

Sowas geht eine Zeit lang gut und dann passiert das, was in solchen Fällen eben passiert: entweder schläft so eine Initiative irgendwann wieder ein oder sie kriegt plötzlichen Aufwind. Letzteres passierte Ralf dann mit dem Erwerb der Roomful of Blues-CD „Under one roof“ und dem Stück „We B 3“ darauf.

Roomful of Blues - We B 3

Das brachte die ganze Chose so richtig ans Laufen. Die Nummer traf mitten ins Herz des so arg verhinderten Blooze-Rockers. Sowas gehörte auf die Bühnenbretter, das war klar. Da muss eine Band her – egal was das für einen Aufwand das auch parallel zur Emscher Delta Bluesband bedeutet.

Und genau jetzt entstanden im eigentlichen Sinn – zunächst nur als fixe Idee in Ralf’s Kopf – die „Haranni Hurricanes“.

 

Die Sturmzelle formiert sich

Für die Drums kam kein geringerer als DAS URGESTEIN der Herner Musikszene in Frage: Harry Dickmann – ein musikalisches Chamäleon, das von Rock über Deutsche Welle, Funk, Pop und Blues so ziemlich alles schon gespielt hatte.

Harald 'Harry' Dickmann

Ralf und er waren seit den frühen 80er Jahren durch verschiedene Bands freundschaftlich und musikalisch immer eng verbunden geblieben und deshalb bestand auch nicht die grundsätzliche Frage „ob“, sondern nur „wann“ man mit den ersten Proben beginnen würde.

Am Bass kam ebenfalls nur eine Person in Frage, mit der Ralf lange Jahre zuvor schon Musik gemacht hatte, ein Mann der über ein Timing verfügt, an dem die Physikalisch Technische Bundesanstalt ihr zeitliches Eichnormal ausrichten könnte. Rainer Ries, der sich ein Stück einmal anhört und beim zweiten Mal fehlerfrei mitspielt und der auch jederzeit an der Gitarre eine gute Figur abgeben würde.

Rainer Ries

Auch verstanden sich Rainer und Harry musikalisch wie auch menschlich sehr gut, so dass sich hier ein echtes Trio zusammengefunden hatte. Im Januar 2002 war es dann soweit: Man traf sich zur ersten Bandprobe im Proberaum der Emscher Delta Blues Band und jammte was das Zeug hielt. Keiner besonderen Erwähnung bedarf es sicherlich, dass hier „We B 3“ ganz oben auf der Setlist stand und den halben Abend immer wieder gespielt wurde.

Die HARANNI HURRICANES waren geboren!!!

 

Der Hurricane braut sich zusammen

Zunächst lief die Sache parallel zu den anderen musikalischen Aktivitäten der drei Sturmwinde. Man probte Samstagnachmittags und die Woche über war man in den anderen Formationen unterwegs.

An Auftritte war zunächst gar nicht zu denken, zumal die erste Setlist der Hurricanes auch noch sehr überschaubar war, als da waren:

  • We B 3
  • Hold On
  • T.Bone-Shuffle
  • Somebody
  • Robert Nighthawk Stomp

Mit zunehmender Proben-Routine wurde aber logischerweise klar, dass auch Auftritte angestrebt werden. Der erste Gig fand am 01. 08. 2002 auf der Geburtstagsfeier eines Emscher-Delta-Blues-Band-Fans als Vorgruppe der Emscher Delta Blues Band statt.

Die Erinnerungen daran sind verblasst, allerdings kann der Auftritt der Hurricanes so schlecht nicht gewesen sein, denn im im Anschluss an diesen Gig löste sich die Emscher Delta Blues Band auf. Sie formierte sich ein halbes Jahr später wieder neu – bis auf die Gitarre in selber Besetzung !!! Die Gründe und Zusammenhänge sind nie näher geklärt worden (was auch von keiner besonderen Bedeutung für irgendeinen Beteiligten gewesen wäre) und letztendlich sind sich trotz allem sich beide Bands auch heute immer noch freundschaftlich verbunden. Die Hurricanes jedoch bekamen nach diesem Auftritt ihre ersten Gig-Anfragen.

Nun standen der weiteren Bandentwicklung der Haranni Hurricanes zumindest für Ralf keine konkurrierenden musikalischen Aktivitäten mehr entgegen, es mussten jedoch schnell neue Stücke her, damit die aus dem ersten Auftritt resultierenden Gig-Anfragen (vor allem privater Natur, aber auch erste Clubgigs z.B. in der Altstadtschmiede in Recklinghausen, oder im Hopfen-Sack in Mülheim) möglichst schnell erfüllt werden konnten.

 

Die Verstärkung des Sturmwinds

Und so beschloss man einen versierten vierten Musikanten –vorzugsweise an Keyboards oder Harp- zu suchen, der möglicherweise die setlist mit fertigen Stücken erweitern konnte. Diesen fanden sie dann in Wolfgang Tebeek, der neben Keyboards und Harp auch Gitarre und vor allem Backgroundgesang beisteuerte.

Wolfgang Tebeek

Mit ihm erweiterte sich das Klangspektrum der Hurricanes enorm. Wolfgang war zwar kein großer musikalischer Solist an seinen vielen Instrumenten, allerdings hatte er eine absolut professionelle und mehr als engagierte Einstellung zur Musik und zur Band selbst und brachte die Hurricanes mit seiner weitreichenden Erfahrung von etlichen Jahren Live-Musik und auch im Hinblick auf seine Studioarbeit deutlich voran. So wundert es auch nicht, dass die erste selbstproduzierte CD „Texas Tools“ auf Wolf’s aufnahmetechnische Fähigkeiten und auch seine Initiative zurückging.

Zunächst aber konzentrierten sich die Hurricanes auf ihre Club-Gigs und den ersten großen öffentlichen Auftritt am 19. 07. 2003 auf der Open-Air-Live-Bühne des Musikertreffs Stennert e.V. im Rahmen des jährlichen „Spectaculums“, dem offiziellen „Coming Out“ der Haranni Hurricanes.

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Der sich an dieses Open Air anschließende Zuspruch war sehr ermutigend und die Hurricanes bekamen in den Folgejahren immer mehr zu tun und sammelten eine Menge Erfahrungen durch die vielen Live-Gigs, die sie spielten.

Hier mal eine lückenhafte Aufstellung der Locations, die (teilweise auch des öfteren) von den Vieren mit einem musikalischen Tiefdruckgebiet überzogen wurden.

Die Besetzung der Haranni Hurricanes im Jahr 2003

 

Erste Windrichtungsänderungen

Im Jahr 2006 ergab sich dann eine erste einschneidende Veränderung für die Band, denn Wolfgang war gezwungen seinen Wohnsitz zu verlegen und erst einmal musikalisch kürzer zu treten. Andererseits wollte er der Band nicht im Wege stehen, die mittlerweile auch für weiter entfernte und damit zeitlich immer aufwendigere Engagements angefragt wurde. Die Musiker verabredeten sich auf eine Trennung, ggf. auch nur auf Zeit, jedoch mit der klaren Zielsetzung erstmal zu dritt weiter zu machen. Die bereits angefangene CD-Produktion „Blow Out“ wurde somit auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.

Dennoch entstand nach Wolfs Weggang als erste Initiative der drei die zweite CD der Hurricanes „Second Blow“ mit 5 lupenreinen Trionummern, live im Proberaum ohne Overdubs und „Fisimatenten“ eingespielt.

 

Der Hurricane nimmt Fahrt auf

Diese Maßnahme konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das gesamte mittlerweile auf gut 20 Stücke angewachsene Programm der Hurricanes als setlist für ein Bluesrock-Trio überarbeitet werden musste, die „Haranni Hurricanes“ also eigentlich gar nicht voll auftrittsfähig waren. So entschieden sich die Junx, fast ein bisschen halbherzig, doch nochmal eine Anzeige für einen Mitmusiker – man entschied sich für einen Bluesharper –  zu schalten.

Und was lässt sich sagen: Das nächste Bandmitglied schlug zu 1000 Prozent aber so richtig voll ein. Es war kein geringerer als Ralf Fuckardt alias „BB Harpy“ aus Düsseldorf, der die Anzeige sah und ganz spontan „mal vorbeischaute“, um zu sehen was da so abläuft.

Ralf Fuckardt a.k.a BB Harpy

Die rockigen Blues-Interpretationen der Hurricanes passten aber so was von „A… auf Eimer“ zu Ralfs Harpspiel und auch die menschliche Komponente der nun wieder vier Sturmwinde harmonierte derartig positiv, dass da eine wunderbare Basis und Konstellation für – wie sich herausstellte – fast 4 Jahre gemeinsame Bandarbeit entstand.

Ralfs offene und sympathische Art (in den Gigpausen, gab der Kerl interessierten Zuhörern  – und derer gab es einige – Harpunterricht und verriet Tricks und Kniffe zu Spielweise und Sounds), führten zu einer sehr guten Live-Auslastung und wie das so bei einem Neuzugang ist ergaben sich auch viele neue Kontakte zu anderen Bands und Musikern und damit verbundenen auch viele gemeinsamen Aktionen und Events.

Die Besetzung der Haranni Hurricanes im Jahr 2007

Nach bereits einem Jahr der Zusammenarbeit kam dann auch prompt die nächste CD-Veröffentlichung in 2007 mit „Watcha hear is watcha get“. Bis auf wenige Overdubs war die gesamte Produktion wieder live aufgenommen, diesmal in Düsseldorf.

Das Ding kam sehr gut an, denn die Auflage von 500 Exemplaren war nach knapp einem Jahr bei den zahlreichen Gigs und aufgrund der vielseitigen Kontakte von „BB Harpy“ zur Musiker- und Harperszene in der gesamten Republik schnell verkauft.

Zwei Jahre noch tourten die vier durch die deutschen Lande und knüpften viele Kontakte, hatten ’ne Menge Spass und haben sich auch musikalisch immer weiter entwickelt. Mittlerweile wurde auch nicht mehr nur gecovert, sondern immer mehr umarrangiert und „interpretiert“. Die Setlist erweiterte sich auf über 30 Nummern, die auch vielfach im Rahmen der berüchtigten Kneipennächten mit 5 Stunden-non-stop-engagement dargeboten wurde. Auch wurden die Hurricanes derzeit über zwei Konzertagenturen regelmäßig gebucht und erhielten hier einen knallharten Skill in Professionalität und Auftrittsroutine, was sie sich bis heute erhalten haben und das sich langfristig auch als ihr Markenzeichen entpuppt hat.

 

Kurze Abschwächung der Sturmböen

Aber nichts währt ewig und so ergaben sich auch bei den Hurricanes im Jahr 2009 wieder mal einschneidende Veränderungen. Nichts ist stetiger als der Wandel. Der langjährige Proberaum am Stennert in Herne wurde zum Problem.

Bis dato hatte man sich am Musikertreff Stennert e.V. mit einer anderen Band einen Raum (und die Kosten) geteilt. Das stellte sich bei den vielen Live-Engagements der Band allerdings zunehmend schwieriger dar, denn wenn man mehr als jedes zweite Wochende unterwegs ist und nach jedem Gig – zumeist in den frühen Morgenstunden – das gesamte Equipment wieder ordentlich verstauen muss, damit die Mitmieter ihrerseits vernünftig in der Woche proben können und andererseits dieses Entgegenkommen so gar nicht erwidert wird, dann ergeben sich Spannungen.

Diesen Schwierigkeiten gingen die Hurricanes dann notgedrungen aus dem Weg, in dem sie sich ein neues Zuhause suchten, was sie schließlich Anfang des Jahres im Probenhaus Am Waldschlösschen in Recklinghausen fanden, wo sie auch heute noch mindestens einmal wöchentlich zur Probe anzutreffen sind.

Das erste Problem, das sich für die vier aber nun ergab, bestand darin, dass für BB Harpy die Anfahrt so aufwendig wurde, dass er nach nur knapp einem halben Jahr die Segel streichen musste. Dafür waren seine sonstigen Verpflichtungen einfach zu umfangreich. Für einzelne Auftritte blieb er zwar weiterhin der Band verfügbar und bis heute auch freundschaftlich verbunden, aber jeder weiß, dass eine solche Konstellation nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann und erst recht nicht, wenn man sich musikalisch noch weiter entwickeln will. Dafür sind intensive Proben halt zu wichtig und auch notwendig. Die Hurricanes waren also nach einiger Zeit wieder nur zu dritt.

 

Erneute Windstärken-Zunahme

In dieser Bredouille tauchte jedoch unverhofft – wenn auch wie sich später herausstellte nur kurzzeitig – ein alter Bekannter wieder auf. Wolf Tebeek erkundigte sich, ob sich für ihn sich nicht wieder ein Plätzchen in der Band ergeben könnte, die berufliche und familiäre Lage hatte sich in der Zwischenzeit für ihn entspannt.

Das kam ja wie gerufen und im Hinblick auf die bestehenden Auftrittsverpflichtungen genau zum richtigen Zeitpunkt. Also wurden als Erstes die seinerzeit unterbrochenen CD-Aufnahmen komplettiert und abgemischt und parallel hierzu die Probenarbeit aufgenommen.

Leider wurde diese CD aus nachgenannten Gründen und Ereignissen nie produziert und veröffentlicht, es existiert nur ein Prototyp – leider nicht einmal richtig abgemsicht –  der vierten Haranni-Hurricanes-Scheibe.

Und nach ein paar intensiven Proben waren die vier schon fast wieder auf „Rille“, als dann ein Mega-GAU nach dem anderen passierte, der die Hurricanes an den Rand der Auflösung führte.

 

Angetäuschte Flaute mit anschließender Orkanentfaltung

Es begann damit, dass der Weggang vom Herner Proberaum nach Recklinghausen nun auch für Harry zum Problem wurde. Auf Grund seiner vielzähligen Verpflichtungen in anderen Herner Bands und seiner relativ eingeschränkten Mobilität war ihm ein regelmäßiges Proben bei den Hurricanes in Recklinghausen zeitlich kaum noch möglich. Das führte dazu, dass trotz aller Gegenmaßnahmen (es wurde ein zweites Schlagzeug angeschafft und ein Mitfahrservice eingerichtet) die Situation sich nicht entspannen ließ, so dass sich die vier irgendwann schweren Herzens von ihrem langjährigen Drummer verabschieden mussten. Das war ein gravierendes Loch, das da mitten in die Hurricanes gerissen wurde. Harry war eigentlich gar nicht zu ersetzen, mit soviel Herzblut hatte er sich zum zentralen Spaß- und „Spökeszentrum“ der Hurricanes entwickelt, dass man sich die Hurricanes ohne Harry eigentlich gar nicht vorstellen konnte/wollte.

Aber wie das Leben und der Blues so spielt, passierte das, was in dieser Situation aber nun gar nicht zu erwarten, zu hoffen oder zu spekulieren war. Der große Bluesfreund im Himmel schickte den Hurricanes keinen anderen als BERND „THE THUNDER“ RADEMACHER

Bernd Rademacher

Dass da höhere Mächte im Spiel waren, lässt sich auch daran erkennen, dass Bernd trotz seines langjährigen und semiprofessionellem Engagements in einer – man höre: Schlagerband !!! – bisher so gar nichts mit dem musikalischen Genre der Hurricanes zu tun hatte (s. a. Bernds Vorstellung hier auf der Seite) sein Interesse an den Hurricanes also mehr als unwahrscheinlich war.

Nichtsdestoweniger schlug sein Engagement als neuer (zunächst „nur“) Drummer der Haranni Hurricanes wie eine Bombe ein. Dazu später aber noch mehr.

 

Die Ruhe vor dem Sturm und Entwicklung einer massiven Superzelle

Und wie der Hase so läuft kam trotz diesem ersten Aufwind dann erst mal wieder ein nächster „Nackenschlag“ für die Sturmwinde (die als „laues Lüftchen“ erst mal ihr komplettes Programm mit Bernd erarbeiten mussten). Der „Nackenschlag“ war ein anatomisches Ereignis. Der Sehnenriss an Ralf’s linkem Daumen, der dazu führte dass sich der Finger nicht mehr nach hinten bewegen ließ, eine massive Einschränkung für alle Slide-Techniken.

Nach Rücksprache mit dem Arzt wurde Ralf dann auch noch prognostiziert, dass sich dieses Symptom über die Jahre noch verstärken würde, bis irgendwann der Daumen im Handteller zu liegen käme. Damit wäre jedes Gitarrespielen langfristig stark eingeschränkt bis unmöglich. Abhilfe schafft nur eine Sehnentransplantation (eine der zwei Zeigefingersehnen wird abgetrennt und an den Daumen genäht), Folge: wenn’s gut verläuft muss anschließend der Daumen umtrainiert werden (er wird ja dann mit der Zeigefingersehne gesteuert), Prognose: kann was dauern!

Also nach zwei/drei ersten Gigs mit Bernd an den Drums ging’s dann im Frühjahr 2010 erstmal eine Woche ins Krankenhaus und dann fünf Wochen in die häusliche Reha.

Ralf ohne Gitarre, aber dafür mit Gips

Und wenn’s so gar nicht läuft, kommt dann zu allem Überfluss noch Sand ins Getriebe. Wolfgang und Rainer haben’s nämlich so lange nicht ohne Musik ausgehalten und mal eben in einer gut gebuchten Coverrock-Band angeheuert.

Wie Bernd und Ralf dann erfuhren, obendrein noch mit Booking-Vertrag, der kaum noch Platz für Auftritte der Hurricanes zuließ. Das war für Bernd und Ralf somit das Aus für Bass und Keyboards bei den Haranni Hurricanes und alle vier haben erstmal ziemlich sparsam aus der Wäsche geschaut, bis man sich letztlich einvernehmlich trennen musste.

Der nächste Gig stand zwar erst für Oktober bei der Bochumer Blues Session an, jedoch musste zumindest erst einmal ein(e) fähige(r) Bassmann/-frau gefunden werden. Aber auch hier wieder zeigte es sich, dass man die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen darf und so erschien relativ kurzfristig kompetente Hilfe aus einer Ecke, aus der man sie nicht erwartet hätte.

Interesse an der Bassarbeit bei den Hurricanes zeigte nämlich ein langhaariger Rocker von Mitte 40, der ebenfalls im Proberaum-Haus Musik machte und die Band des öfteren hatte proben hören und der „wieder mal Bock auf so ’ne richtige Bandkiste“ hatte. Marco Simon, Soundtüftler, Produzent und Multiinstrumentalist und seines Zeichens ehemaliger Bassmann von „Scanner“ einer auch international sehr erfolgreichen, professionellen Hardrockband.

Marco Simon, Bass

Seine musikalische Herangehensweise an die Musik der Hurricanes hinsichtlich Sound und Funktion des Bass in einer Bluesrockband war ziemlich außergewöhnlich und schon was Besonderes allerdings stets sehr musikalisch und banddienlich und brachte die Hurricanes damit musikalisch nach vorn. Dazu kam seine überaus überzeugende Bühnenpräsenz, die auch maßgeblich das Erscheinungsbild der Haranni Hurricanes bis heute prägen sollte.

Was sich nun anschloss war eine sehr erfolgreiche Zeit des Trios, denn die Verbindung hielt volle vier Jahre mit 2 CD-Veröffentlichungen und vielen Auftritten in der gesamten Republik.

Es bedarf dann auch keiner besonderen Erwähnung, dass der erste Auftritt der neuen Haranni Hurricanes bei besagter Bochumer Blues Session im Oktober 2010 u.a. mit Gastmusiker „BB Harpy“ an der Bluesharp ein voller Erfolg war.

Bluessession Bochum am 1. 10. 2010

Zwei Dinge, die in dieser überaus kreativen Schaffensperiode der Hurricanes zu nachhaltiger Bedeutung kamen, war einerseits die musikalische Weiterentwicklung der Band zu rein eigenen Kompositionen und andererseits die vokale Verbesserung der drei, denn wie sich im Zuge der CD-Aufnahmen zu „Rock On“ herausstellte, hatte Bernd einen mehr als überzeugenden Leadgesang, wohingegen Marco keinerlei stimmliche Bereicherung beitragen konnte: „Wenn ich singe, kommen Elche, ich weiß nicht, ob ihr das wollt“.

Ziel war es nun, dass Bernd und Ralf sich die Vocal-Parts zumindest paritätisch aufteilten. Dieses Konzept hielt sich dann auch über viele Jahre bis zur derzeit letzten Haranni-Hurricanes-CD „Kill Me“. Die beiden CDs „Rock On“ 2012 und „Ridin’“ aus 2013, beide von Marco aufgenommen, abgemischt und gemastert, zeugen von dieser intensiven Schaffensphase des Trios. Wenn bei „Rock On“ noch Anleihen u.a. bei Matt Schofield und Larry Carlton gemacht wurden und auch noch Ralf Fuckardt an der Harp beteiligt war, so waren die Stücke auf dem „Ridin’“- Album ausnahmslos eigene Songs.

Nummern aus diesen CDs sind auch heute noch fester Bestandteil auf den Setlists der Haranni Hurricanes.

Mit vier Jahren Marco am Bass dehnte sich der Aktionsradius der Hurricanes enorm aus. Regelmäßige Auftritte in Köln und Hamburg sowie auf nahezu allen im Umkreis befindlichen wöchentlichen und monatlichen Bluessessions machten die drei Sturmwinde immer bekannter (und berüchtigter). In dieser Zeit wurden eine Menge Kontakte geknüpft, von denen die meisten auch bis heute noch gehalten haben und vor allem noch genutzt werden.

 

Der Hurricane schwächt sich ab – aber nur um neue Fahrt aufzunehmen

Aber wie das im Blues so ist, kamen die drei dann auch wieder an eine Wegkreuzung / Crossroads, an der man eine Entscheidung treffen muss.

Marco hatte sich in der Zeit beruflich stark verändern müssen und hatte nicht mehr ganz so viel Zeit für die Musik, wobei das noch irgendwie zu organisieren ging, allerdings – und letztlich maßgeblich – war ihm dann noch bei einer der vielen Hurricanes-Auftritte – genauer gesagt am 21. 06. 2013 bei den „Fetes de la musique“ in Recklinghausen seine heutige Frau über den Weg gelaufen (samt Tochter) und man kann über Marco sagen, was man will, aber er ist der geborene und bekennende Familienmensch. Arbeitszeitänderung, Umzug, Hochzeit, Familie und zunehmende Auftrittsambitionen der Hurricanes (in dem Jahr waren es rd. 40) waren dann doch zuviel für ihn, zumal er auch noch in seiner anderen Band „Soundsunlimited“– wenn dort auch nicht so stark beschäftigt – als Promotor und zweiter Gitarrist tätig war.

Es war dann eine Trennung mit einer Menge Rationalität in der gemeinsamen Entscheidung, denn kürzer treten wollten Bernd und Ralf auf keinen Fall. Zuviel Engagement und Initiative hatte man in das Vorankommen der Haranni Hurricanes investiert, als dass man jetzt wieder im Proberaum verschwand und die Bühnenpräsenz der zahlreichen Auftritte „zurückschraubte“.

Dank der vielen Auftritte und Kontakte, die die Hurricanes in den vergangenen Jahren absolviert bzw. geknüpft hatten, brauchten Bernd und Ralf nicht sofort Anzeigen zu schalten, um eine/n neue/n Bassist/in zu suchen, sondern hatten zunächst einige „Brothers/Sisters in crime“ im Auge, die sie ansprechen wollten und mit denen sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen konnten. Die erste Wahl fiel auf jemanden, mit dem sie schon gemeinsam gejammt und auch einen Opener-Job in Herten gespielt hatten, als Marco einmal krank gewesen war.

Dieser Jemand war Martin Hermann, seines Zeichens Leadgitarrist der Bluesband „Molly Lane“, Gitarrenbauer und Promoter und obendrein ein dufter Kumpel und ein total netter Zeitgenosse.

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Ein gemeinsames Abendessen mit Bernd genügte, ihn zu überzeugen und bei den Hurricanes einzusteigen. Eine weitere Suche erübrigte sich, denn Martin war „erste Wahl“.

Seine Einarbeitungszeit bis zum nächsten Gig war nicht mal zwei Monate, aber der Kerl war dermaßen motiviert und befähigt, dass er sich nach sechs Wochen ein Set von 25 Stücken draufschaffte und das dann auch Ende Februar im Sailor’s Pub in Essen fehlerfrei zum Besten gab. Der Gig selbst stand leider unter keinem guten Stern, denn am Vortag war Martins Mutter gestorben und Bernd hatte sich zwei Wochen vorher einer Stimmband-Operation unterziehen müssen, so dass Ralf das gesamte Set singen/rufen musste. Aber die Souveränität, mit der die drei den Gig absolvierten, zeigte das Potential, das in der Formation steckte.

Hier ein paar Video-Sequenzen vom Auftritt

Haranni Hurricanes im Sailors Pub in Essen

Von nun an ging’s verstärkt auch noch in den Süden der Republik, denn Martin hatte eine Menge Kontakte zu Veranstaltern und Locations, die er jetzt zugunsten der Hurricanes nutzte.

Trotz des ungünstigen Starts der Drei entwickelte sich im Nachhinein dann eine überaus erfolgreiche Phase für die Haranni Hurricanes mit über 70 Auftritten, die sie am Ende – genauer gesagt am 20.07.2016 beim Open Air Konzert am Sorpesee mit über 5.000 Zuschauern – krönten.

Legendär ist dabei Ralf’s Solo im Platzregen mitten in der ungeschützten Arena.

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Und auch im Studio waren die drei aktiv. Im Sommer 2016 wurde die CD „Black Cadillac“ aufgenommen. Produziert und professionell gemischt wurde sie im Studio von Tamás Ángyán und gemastert in einem renommierten Studio in Ungarn, in dem Tamás selber aufnimmt.

Diese CD wurde zusammen mit dem Vorgänger „Ridin’“ knapp 700 mal verkauft und das Titelstück „Black Cadillac“ wurde zum Markenzeichen der Band. Auf der CD war auch Martins Komposition und Vokalbeitrag an der Leadstimme zu „Wanna party“ zu bewundern.

 

Der Sturm lässt nach, um neue Kräfte zu sammeln

Im August 2016 war es dann wieder soweit, die Aufnahmen zu „Black Cadillac“ waren gerade „im Kasten“, als die Besetzung erneut wechseln musste. Martins berufliches und privates Umfeld hatte sich geändert, dazu gesellte sich eine chronische Kapaltunnel-Entzündung, die es Martin unmöglich machte ohne Schmerzen Bass zu spielen. Er hielt es zwar solange aus, bis die Bassparts für die CD eingespielt waren und sein Nachfolger parallel zu den laufenden Auftritten eingearbeitet werden konnte, musste sich dann aber doch von den Hurricanes – von allen drei schmerzvoll bedauert – verabschieden. Bis heute hält diese ehemalige sehr erfolgreiche und freundschaftliche Verbindung aber noch immer an. Der gemeinsame Spirit war halt unerreicht, da hatten sich drei echte Kumpels gefunden, deren Wellenlänge zu 100% übereinstimmte.

In die überaus großen Fußstapfen, die Martin hinterließ, musste jetzt jemand treten, der zumindest musikalisch , menschlich war das mit Martin unerreicht,  in die Band passte und obendrein die Kapelle auch im Hinblick auf die Bühnenaktivitäten weiter brachte. Es boten sich einige Kandidaten an –nicht wenige auch aus der Ruhrgebiets-Bluesszene –, aber die Hurricanes wären nicht die Hurricanes, wenn sie nicht mit einer Überraschung aufwarten würden.

Ab Spätsommer 2016 stieß André Frin  dazu – ein junger „brother in crime“ aus Herne (woher sonst), den niemand aus der Szene kannte, denn dort war er nie anzutreffen. Ralf und er kannten sich von gemeinsamen Sessions, die Ralf ab und zu (wenn die Hurricanes „spielfrei“ hatten) im Proberaum mit befreundeten Musikern organisierte. Kennengelernt hatten sich die beiden im Rahmen eines gemeinsamen Konzertes mit Andrés eigener „Shamrock and Bluesband“.

André und sein Vorgänger Martin verstanden sich auf Anhieb und wenn Martin bis dahin den Einarbeitungsrekord innehatte, so wurde er von André nochmals übertroffen. Vier Wochen und drei Gigs, bei denen sich die beiden abwechselten, genügten André bei den Hurricanes musikalisch angekommen und sattelfest zu sein – einfach UNGLAUBLICH und UNERREICHT !

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Neben dem Bass – seinem Hauptinstrument – beherrschte André mehr als passabel Keyboards, Gitarre und Digeridoo. Letzteres kam zwar bei den Hurricanes nie zum Einsatz, allerdings waren das musikalische Voraussetzungen, die den Haranni Hurricanes bei der nächsten Plattenaufnahme sehr zugute kommen sollten.

 

Das Tiefdruckgebiet der Hurricanes nimmt wieder Fahrt auf

Zunächst einmal ging es aber mit unverminderter „Windstärke“ weiter mit unzähligen Live-Auftritten im und um das Ruhrgebiet herum aber auch immer wieder in Hamburg, Wilhelmshaven, Rheda-Wiedenbrück und dem Sauerland. Es war eine turbulente Zeit und ein Mega-Programm, das die „Herner Windbeutel“ zusammen mit André in diesen zwei Jahren absolvierten.

Auch hier gab es wiederum  musikalische und überregionalen Höhepunkte des Schaffens der Haranni Hurricanes und das waren u.a. Auftritte beim 6. Blues und Jazzmeeting in Dinslaken zusammen mit Andrew „The Bullet“ Lauer und dem dänischen Headliner Chris Grey and The BlueSpand, der ihnen von Ernie Dschie von den Freeway Rider’s – selbst Musiker und ein echter Gönner der Band – vermittelt wurde.

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Aber auch das legendäre Meisenfrei in Bremen wurde heimgesucht. Dort kommen i.d.R. nur Bands mit eigenem Programm zum Zug – insofern war dieser Gig, der mit Gastmusiker Dieter Kozak an den Keys absolviert wurde – schon eines der Highlights der Band und eine Bestätigung des Hurricanes-Konzepts

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Die Pressestimmen dieser Events waren hervorragend und ermunterten die drei zu weiteren Schandtaten bis letztendlich Mitte 2018, dem Jahr, in dem – nahezu obligatorisch – die Hurricanes dann ihr mittlerweile achtes Album aufnahmen.

Dreizehn Nummern – aus Blues-Sicht eine Glückszahl – ausnahmslos aus eigener Feder, diesmal allerdings nun von drei Songwritern stammend, sind auf „Kill Me“ zu hören (das Titelstück stammt übrigens aus der Feder von André). Letztendlich ist die stilistisch weite gefächerte Bandbreite des Tonträgers auf diese arbeitsteilige Konstellation zurückzuführen und auch heute noch als musikalisches Kernstück eines jeden Haranni-Hurricanes-Konzertes mitzuerleben.

Aber zurück auf die harten Bretter der Realität, denn selbst diese erfolgreiche Verbindung sollte keinen Bestand haben. Leider, leider, leider wurden (diesmal familiär bedingt) die Aktivitäten der Hurricanes von wieder einmal gesundheitlichen Rahmenbedingungen jäh unterbrochen. In Andrés privatem Umfeld ergaben sich sehr unverhofft und vor allem sehr massive u.a. auch gesundheitliche Probleme – mehr soll an dieser Stelle aus Diskretion und Rücksichtnahme nicht erzählt werden – und damit verbunden eine krasse und überraschende Zäsur im Weiterkommen der Haranni Hurricanes.

Sehr plötzlich musste man über Trennung nachdenken, obwohl doch gerade „Durchstarten“ auf dem Programm stand. Trotzdem obsiegte die Einsicht in die Notwendigkeit und selbst in dieser Situation ließ André seine Band nicht hängen und stand noch eine lange Zeit zur Verfügung um seinen Jungs die Möglichkeit zu verschaffen, einen neuen Bassmann zu suchen und parallel auch noch die anstehenden Gigs zu spielen. Ein echt feiner Zug von ihm.

Tja und so waren die Hurricanes wieder einmal auf der Suche nach einem dritten Sturmwind. Diesmal wurden Anzeigen geschaltet und auch einige Leute ausprobiert. Trotz aller Erfahrungen und Rückschläge kann man nicht sagen, dass Bernd und Ralf nun auf rationale Aspekte bei der Mitmusiker-Auswahl achteten, nein: es sollte auf jeden Fall jemand sein, der Bock auf eine „konventionelle Bandkiste“ hatte und zufällig Bass spielte, der eine Band nicht als „Projekt“ sieht sondern als „Mannschaft“ und der eins im Fokus hatte, nämlich live zu spielen, live zu spielen und vor allem live zu spielen. Also ein Maniac wie die beiden selbst.

 

Die verdammte Bassisten-Suche hat endlich ein Ende

Nach einigen Castings entschieden sich die beiden letztendlich (wieder einmal) gegen Interessenten aus der „Szene“. Man verpflichtete diesmal mit Hermann Lücking (dem Noch-Bassmann von den T-Birds), einen waschechten Rock’n Roller, der neue Herausforderungen suchte und der es auch „nochmal wissen“ wollte.

Hermann Lücking, Bass

Hermann ist ein Typ, der so richtig wie „A…. auf Eimer“ zu den Hurricanes passt, denn er ist ’ne wahre Rampensau – der einzigen Bassist auf diesem Planeten, der sich beim Gitarrensolo VOR DEN GITARRISTEN stellt und die Meute rockt. Das muss man einfach gesehen haben. Ein echter Hinkucker – schaut’s Euch beim nächsten Gig an – Ihr schmeißt Euch weg. Und ein total netter Typ ist er obendrein noch.

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Mit Hermann am Tiefton-Apparat konnten die Hurricanes nun wieder Fahrt aufnehmen und das taten sie dann auch.

Nach einigen Gigs im Pott wurde mit ihm 2019 auch die „Fischkopp-Tour“ (Anm. d. Red.: Hamburg, Cuxhaven, Wilhelmshaven) absolviert und anschließend die Proben zur neuen CD aufgenommen. Mit diesen Nummern wurden nun die Gigs für’s angrenzende Ausland beworben (Holland, Schweiz, Österreich), die dann auch zu Engagements u.a. im „Bühler Musik-Club“, Zürich führten.

Auf Grund dieser Auslastung quittierte Hermann letztendlich dann auch seinen Dienst bei den T-Birds, um sich nun voll auf die Herausforderungen der Hurricanes zu konzentrieren.

 

Der „Medical-Blooze“ durchkreuzt die Ambitionen erneut – es ist einfach wie „verhext“

Die Aussichten auf die zweite Jahreshälfte 2019 und Anfang 2020 waren hervorragend, viele Gigs waren schon vertraglich unter Dach und Fach als die nächste Hiobsbotschaft ins Kontor einschlug, die sich bereits während der „Fischkopp-Tour“ abzeichnete.

Bernds Stimme ließ auf Grund seiner zurückkehrenden Stimmbandentzündung wieder rapide nach und auch stellten sich weitere Gesundheitsprobleme ein, die dazu führten, dass, nicht zuletzt auch auf Grund von diversen Krankenhausaufenthalten und sich anschließenden Reha-Phasen, der gesamte Auftrittsplan der Haranni Hurricanes über den Haufen geworfen werden musste.

Der Frust war verständlicherweise ziemlich groß, als die drei den gesamten Tourplan absagen und sich zu allem Überfluss dann auch noch entschließen mussten, das Trio-Bandkonzept aufzugeben und sich auf die Suche nach einer geeigneten Leadstimme zu begeben. Es geht beim Leadgesang ja nicht nur um die musikalische Seite einer Band, sondern vor allem um deren Bühnenpräsentation.

Zudem muss der Frontmann / die Frontfrau im vorliegenden Falle auch bereit sein, ausschließlich eigenes Song-Material für sich zu erschließen und mit Überzeugung „nach vorne zu verkaufen“ und – wenn man die Geschichte der Hurricanes bis hierhin verfolgt hat – musste der-/diejenige auch in ziemlich ausgelatschte sprich: „große“ Fußstapfen treten und den notwendigen Enthusiasmus für das große Engagement, die viele Arbeit und auch das Quantum an Verrücktheit für die Sache mitbringen

Ziemlich hohe Anforderungen und keine leichte Aufgabe für den Betreffenden und vor allem keine große Hoffnung für die Hurricanes ein solches Mitglied überhaupt zu finden.

 

Ab jetzt wieder Gegenwind aus allen vier Himmelsrichtungen

Ein kleiner Vorteil im Vergleich zu früheren Besetzungsmaßnahmen bestand darin, dass man sich für die Suche, auf Grund der notwendigen Gigabsagen, genügend Zeit lassen konnte und keine parallelen Konzert-Verpflichtungen zu erfüllen hatte. Es wurden also wieder mal Anzeigen geschaltet und castings durchgeführt mit all den lustigen, frustigen und skurillen Begegnungen, die so eine Bandbesetzung mit sich bringt.

Es laufen einem dabei die merkwürdigsten Leute über den Weg, welche mit viel Selbstvertrauen – das oftmals nicht unbedingt gerechtfertigt ist – und welche, bei denen es genau umgekehrt ist. Nun gut, die zu besetzende Funktion war so wichtig, dass sich die drei genügend Zeit ließen um eine Auswahl zu treffen.

Kurz nach Weihnachten war es dann soweit. Verpflichtet wurde –wie schon so oft – kein Mann aus der Szene, sondern ein Typ, der, wie er selber sagt, das Singen und Performen im Blut hat und dementsprechend eine sehr vielseitige musikalische Vita mitbringt. Von Singer/Songwriter über Schlagermusik (wie Bernd auch) bis hin zu Rockcover reicht sein Skill und seine langjährige Banderfahrung, nicht immer auch nur als Hobbyist sondern auch teilweise mit beruflichem Hintergrund. Ein Mann der so ziemlich alle Höhen und Tiefen des Musikmachens kennt und auch keine falschen Illusionen hegt, was den „finanziellen Erfolg“ einer solchen „Bandkiste“ betrifft.

Stimme, Leader und neues Aushängeschild der Haranni Hurricanes ist ab sofort André R. Kohl

André R. Kohl, Gesang & Gitarre

Seit Januar 2020 wird also jetzt zu viert geprobt, arrangiert, diskutiert, verworfen, geändert, gestritten, rumgeblödelt, gelacht aber vor allem Spaß gehabt.

Da sind sie nun die NEUEN HARANNI HURRICANES und brennen darauf Euch den Gegenwind in neuer Stärke um die Ohren zu blasen. Wir sehen/hören/erleben uns…. Bis bald also auf einem unserer nächsten Gigs

Die aktuelle Besetzung der Haranni Hurricanes
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